BREXIT – was er für Briten in Spanien bedeutet
Die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, hat nicht nur für Erstaunen gesorgt, sondern auch einige wichtige Fragen für britische Immobilienbesitzer, Käufer und Verkäufer in Spanien aufgeworfen. Wie geht es also weiter?
So wird sich der Brexit voraussichtlich auf Briten in Spanien auswirken.
Hier und jetzt

Während die Nachricht vom Brexit erst einmal sacken muss, besteht kein Grund zur Panik. Was als Nächstes passiert, ist tatsächlich nichts … und das für eine ganze Weile:
:: Großbritannien ist weiterhin Mitglied der EU und genießt heute dieselben Rechte wie vor dem Referendum.
:: Der geschäftsführende spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy versichert, dass es nun „mindestens zwei Jahre ab der formellen Mitteilung“ über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dauern wird und dass sich „in dieser Zeit die Sicherheit der Rechtsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU nicht ändert“. Tatsächlich wird es ab dem Zeitpunkt, an dem Artikel 50 in Gang gesetzt wird, mindestens zwei Jahre dauern – und damit wird nicht vor Oktober 2016 gerechnet.
:: Es steht nicht einmal fest, dass Großbritannien die EU vollständig verlassen wird. Das Referendum ist nicht bindend; britische Politiker treten daher nun in eine lange Phase der Debatte darüber ein, wer das Sagen hat, wer was gesagt hat und was als Nächstes zu tun ist.
:: Ob wir auch den EWR (Binnenmarkt) vollständig verlassen, muss noch entschieden werden – eine Frage, die voraussichtlich heftig diskutiert werden wird.
:: Briten genießen weiterhin die Vorteile der europäischen Staatsbürgerschaft, und da Spanien ausländische Käufer und Käufer aus Nicht-EU-Ländern schon immer willkommen geheißen hat (sie machen inzwischen jeden fünften Hausverkauf aus), dürfen wir nach dem Brexit mit weitgehend ähnlichen Bedingungen rechnen.
Wechselkurse. Derzeit sind Wechselkursschwankungen eine spürbare Folge des Brexit; es wird erwartet, dass sich das geschwächte Pfund in den kommenden Monaten stabilisiert, sobald die unmittelbare Phase der Unsicherheit vorüber ist.
Für Käufer spanischer Immobilien ist es umso wichtiger, mit einem guten Devisendienstleister das beste Angebot zu erzielen. Beim Umtausch großer Summen lohnt es sich, einen möglichst günstigen Wechselkurs zu sichern, und viele Wechselstuben bieten feste Kurse an, sodass die Transaktion zu einem bestimmten Kurs erfolgt, selbst wenn dieser wieder fällt.
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Ist Spanien für britische Käufer noch eine gute Option?

Niemand weiß wirklich, was die Zukunft bringt – eine Kristallkugel wäre schön; wir können jedoch Prognosen und allgemeine Indikatoren heranziehen, um eine aussagekräftige Einschätzung der Aussichten für britische Käufer zu erhalten.
Diese Punkte sind zu bedenken:
Britische Käufer sind für Spanien wichtig: Sie bilden die größte Einzelnation unter den ausländischen Investoren und machen vier Prozent des spanischen Immobilienmarkts aus. Es ist unwahrscheinlich, dass Spanien britische Käufer vom Markt vertreiben möchte. Zugleich bilden ausländische Käufer insgesamt einen äußerst aktiven, wachsenden Teil des Marktes – ein weiteres positives Zeichen für einen lebhaften Markt.
Der spanische Immobilienmarkt erholt sich seit 2014 langsam, aber stetig, ist jedoch noch weit von seinem Höchststand im Jahr 2007 entfernt. Das Schlimmste, was Investoren vom Brexit erwarten können, ist ein langsameres Wachstum. Für langfristige Investoren, die bereit sind, auf ihre Rendite aus preiswerten spanischen Immobilien zu warten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt – die Preise liegen derzeit rund 32 Prozent unter denen des Spitzenjahres.
Wie steht es um das Recht, als Nicht-EU-Bürger in Spanien zu kaufen? Viele gehen davon aus, dass der EU-Austritt sich höchstwahrscheinlich nicht auf die Rechte britischer Immobilienkäufer in Spanien auswirken wird – schlicht, weil ausländische Investitionen für die spanische Wirtschaft viel zu wichtig sind.
Britische Käufer erhalten in Spanien weiterhin Hypotheken, wobei spanische Banken in der Regel zwischen 60 und 80 Prozent des Kaufpreises finanzieren. Das wirtschaftliche Umfeld in Europa profitiert von niedrigen Zinsen – der 20-jährige Festzins von Sabadell liegt bei 2,5 Prozent (Juli 2016) –, Kredite sind also sehr günstig.
Kaufen Investoren kurzfristig noch?
Die Zahl der Anfragen britischer Käufer ging unmittelbar nach der Brexit-Entscheidung zurück, doch innerhalb von 72 Stunden stabilisierten sich die Anfragen und pendelten sich auf einem konstanten Niveau entsprechend dem zweiten Quartal 2016 ein. Generell scheint sich der britische Käufer, der eine langfristige Investition sucht, vom Brexit nicht abschrecken zu lassen und möchte angesichts der Unsicherheit um die Zukunft des britischen Pfunds womöglich gern Pfund in Euro umtauschen. Weitere Informationen zu Marbellas gefragtesten Immobilien finden Sie in unseren Immobilienempfehlungen
Praktische Fragen
Die Gesundheitsversorgung ist ein häufiges Anliegen beim Leben in einem Nicht-EU-Land. Vorerst gewährt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) britischen Bürgern in Spanien weiterhin den gegenseitigen Krankenversicherungsschutz, und sie bleibt während der Brexit-Verhandlungen mindestens zwei Jahre bestehen.
Expats, die in Spanien leben und in das Sozialversicherungssystem einzahlen, erhalten derzeit eine umfassende Gesundheitsversorgung und werden diese unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit auch weiterhin erhalten. Viele Kommentatoren gehen davon aus, dass britische Rentner – wie andere Rentner aus Nicht-EU-Ländern – nach dem Brexit schlimmstenfalls eine Form von Krankenversicherung benötigen werden.
Renten sind ein weiterer Verhandlungspunkt in den Brexit-Gesprächen, sodass der volle Umfang der Rentenregelungen noch nicht feststeht. Britische Rentner in Spanien könnten ähnlich behandelt werden wie jene in Kanada und ihren Anspruch auf Rentenerhöhungen verlieren.
Die Besteuerung ist für Briten und andere EWR-Bürger derzeit günstig. Wir alle zahlen denselben Erbschaftsteuersatz wie Einheimische, und – ebenso wichtig – die Doppelbesteuerungsabkommen, die dies und weitere Vorteile ermöglichen, werden NICHT von der EU geschlossen. Der Brexit wird sich daher nicht auf die bestehenden Steuerabkommen zwischen Spanien und Großbritannien auswirken.